Christian Barthel & Dirk Heidemann (Hrsg.)

Leitbegriffe des polizeilichen Führungshandelns Empirische Beobachtungen der Alltagspraxis

ISBN 978-3-86676-622-8
Von „Führungswissenschaft“ wird allenthalben gesprochen. Oft handelt es sich dann aber nur um eine verakademisierte Reformulierung normativer Konzepte, die immer schon vorgeben zu wissen, wie die Führungspraxis auszusehen hat. Das wird der Alltagsorganisation und der Führungswirklichkeit kaum gerecht. Diese hat es nämlich mit den strukturbedingten Para­doxien der Organisation, d.h. einem komplexen System zu tun – und bei diesem geht es nicht nur um das Führen von Mitarbeitern, sondern i.d.R. auch um die Berücksichtigung externer Akteure, vorgesetzter Funktionsebenen und ganz unterschiedlich interessensgeleitete Mit­arbeiter. Die Handhabung dieser Paradoxien ist die maßgebliche Aufgabe von Führungs-kräften im Mittelmanagement: der Polizei, der Verwaltung, von Organisationen insgesamt.

Die hier vorgelegten Texte zeigen, welche Praktiken die Führungskräfte hierbei entwickeln: Mitunter führen sie zur Verschiebung, Dethematisierung der Paradoxien (oft auf Kosten der Mitarbeiter und der jeweiligen Organisation), mitunter aber auch zur professionellen Bearbeitung der Paradoxien, die sich dann als Entwicklungsprozess der Organisation auszahlt. Wenn man denn von „Führungswissenschaft“ sprechen will, dann bedarf es einer Grundlage: Einer qualitativ-empirischen Soziologie der Führungspraxis, wie sie die hier versammelten Texte entwickeln.
321 Seiten
28,90 €

Inhalt

Inhalt:



Dirk Heidemann

1. Vorwort



Anja Mensching

2. Jenseits normativer Modelle – zur Relevanz eines praxeologisch orientierten Führungsverständnisses



Nurhan Brune

3. Die Genialität des Trios

Beteiligung im Führungsalltag - Rekonstruktion von Führungspraktiken in der Polizei



Stefan Kurth

4. Reine Vertrauenssache?

Rekonstruktion von Beteiligungspraktiken in Besonderen Aufbauorganisationen der Polizei



Roland Wengert

5. Der Umgang mit den (un-)geplanten Folgen der Beurteilung Führungspraktiken in der Polizei



Florian Koch

6. Delegation in polizeilichen Organisationen – eine missverstandene Praktik?



Christian Bomert

7. „Haben Sie mich verstanden? – Wiederholen Sie!“

zeitgemäße Kommunikationsmethoden in der modernen Polizei?



Giovanni Filpi

8. Dienst- und Fachaufsicht in der Kriminalpolizei: Zwischen Tauschobjekt und bürokratischer Kontrolle



Christian Barthel

9. Managementsoziologische Grundlagen für ein Forschungsprojekt:

Die empirische Rekonstruktion von Entscheidungspraktiken in Basis-Dienststellen der Polizei



Zu den Autoren



Robert Chr. van Ooyen / Irina van Ooyen

Polizei und politisches System in der Bundesrepublik 6., erw. Aufl.

ISBN 978-3-86676-620-4
Die Innere Sicherheit der liberalen Demokratie Bundesrepublik befindet sich seit Jahren in einem rasanten Wandel – und mit ihr die Polizei. In der Neuauflage werden die folgenden Entwicklungen, Kontroversen und Begriffe thematisiert:

• Machtzuwachs von Bundespolizei und BKA im föderalen System seit 9/11
• Vom paramilitärischen BGS zur Bundespolizei
• Parlamentarische Kontrolle bei Unterstützungseinsätzen
• Kontrolle der Polizei durch Kommissionen
• Empfehlungen des NSU-Ausschusses für die Polizei
• Werthebach-Kommission zur Polizeifusion
• Erweiterter Sicherheitsbegriff und neue Sicherheitsarchitektur
• Vom Grundrecht auf Sicherheit zum Freund-Feind-Recht
• Trennungsgebot I: Polizei und Militär – G 8-Gipfel und Luftsicherheit
• Trennungsgebot II: Verfassungsschutz und OK
• Polizei und Fremde – Racial Profiling
• Kopftuch im Polizeidienst
• Community Policing
• Demokratische Kontrolle europäisierter Sicherheit
• Die „verspätete“ Polizeiwissenschaft in Deutschland
297 Seiten
32,90 €

Inhalt

Inhalt:



Vorwort



A Bundespolizeien und Machtzuwachs




BKA und BPOL seit den 1990er Jahren und 9/11



Vom paramilitärischen BGS zur Bundespolizei



Parlamentarische Kontrolle der Unterstützungseinsätze der Bundespolizei im Verbundsystem der Inneren Sicherheit



B Polizei und Reform



Externe Kontrolle der Polizei durch "Kommissionen"?



Sicherheitskultur und Behördenversagen: Die Empfehlungen des NSU-Ausschusses des Bundestags für eine ,Kulturrevolution' bei Verfassungsschutz und Polizei



(Un-)Kooperative Sicherheit: Empfehlungen der ,Werthebach-Kommission‘ zu den Polizeien des Bundes und ihre Verpuffungen



C Polizei, Staatstheorie und neue Sicherheitsarchitektur



Die neue Sicherheit des erweiterten Sicherheitsbegriffs



Bundesregierung, Staatstheorie und Verfassungsgericht im Streit um die neue Sicherheit



Tabubruch: Einsatz der Bundeswehr in polizeilichen Lagen - die Luftsicherheit II-Entscheidung



Polizei und Verfassungsschutz: Das Trennungsgebot im Lichte von alliiertem Polizeibrief und Parlamentarischem Rat



D Polizei, Demokratie und pluralistische Gesellschaft



Polizei und ,Fremde' - zu einem (ver)störenden Thema



Die Problematik von Racial Profiling bei der Bundespolizei



(K)ein Kopftuch für Polizistinnen?



Bürger und Community Policing



Europäisierte Sicherheit im Mehrebenensystem



E Polizei und Wissenschaft



Die "verspätete" Polizeiwissenschaft in Deutschland



Resolution: Polizei und Forschung des AK Empirische Polizeiforschung



Autor/in



Christoph Kopke (Hg.)

Nach dem NSU Ergebnisse und Konsequenzen für die Polizei

ISBN 978-3-86676-611-2
Lang ist die Liste der Straftaten, die dem sog. „Nationalsozialistischen Untergrund“ (NSU) zugerechnet werden. Zwischen 2000 und 2007 ermordete die rechtsterroristische Gruppierung neun Gewerbetreibende (überwiegend mit türkischem Migrationshintergrund) und eine aus Thüringen stammende Polizeibeamtin, verübte mindestens drei Sprengstoffanschläge und beging zahlreiche Raubüberfälle. Die Enttarnung des NSU im Jahre 2011 zeigte nicht nur, welche hohe Gewaltbereitschaft in Teilen der extremen Rechten vorherrscht. Sie offenbarte auch Fahndungspannen und Fehleinschätzungen der ermittelnden Polizeibehörden („Institutioneller Rassismus“), lenkte den Blick auf das umstrittene Agieren von Verfassungsschutzbehörden und löste damit – zumindest zeitweise - tiefgreifende Diskussionen zur Sicherheitsarchitektur der Bundesrepublik und zum Verhältnis von Nachrichtendiensten und Polizei aus. Verschiedene Kommissionen und etliche parlamentarische Untersuchungsausschüsse in Bund und Ländern beschäftig(t)en sich nicht nur mit den Taten des NSU, sondern auch mit der Frage, warum diese rassistische Mordserie von den Sicherheitsbehörden über lange Zeit nicht als solche erkannt und eingestuft wurde.
Die Aufsätze des vorliegenden Sammelbandes basieren überwiegend auf Abschlussarbeiten im Studiengang gehobener Polizeivollzugsdienst (gPVD) an der Hochschule für Wirtschaft und Recht. Die Beiträge beschäftigen sich aus polizeiwissenschaftlicher Perspektive mit verschiedenen Aspekten des NSU-Terrors, mit Rechtsextremismus und terroristischen Konzepten sowie den Konsequenzen, die sich daraus für die Polizeibehörden ergeben (können).
197 Seiten
24,90 €

Inhalt

Inhalt
Vorwort 

Christoph Kopke
„dass Rechtsextremismus und Rechtsterrorismus in ihrer Gefährlichkeit nicht unterschätzt werden“ oder: Ergebnisse und Konsequenzen für die Polizei aus dem NSU-Desaster

Anna-Lena Braatz
„Lone Wolf “-Terrorismus. Eine Herausforderung für die Sicherheitsbehörden? 

Mareike Birmele
Neonazistische Blaupausen des NSU

Sebastian Ohm
Die Rolle des Verfassungsschutzes im Rahmen des NSU-Terrors am Beispiel Tino Brandt

André Philipp Sindele
Reaktionen der rechtsextremen Szene auf den Nationalsozialistischen Untergrund

Ingo Reichelt
Welche Konsequenzen und Aufgaben ergeben sich aus der Aufarbeitung des NSU-Komplexes für die Polizei Berlin?

Christoph Kopke/Alexander Lorenz-Milord
Die Konsequenzen der Polizei Brandenburg aus dem NSU-Komplex

Auswahlbibliographie Rechtsextremismus und Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) 

Danksagung und Vorankündigung



Martin H. W. Möllers / Robert Chr. van Ooyen

Bundespolizei Politische Entwicklung – Verfassungsrecht – Forschung 4., erweiterte Auflage

ISBN 978-3-86676-618-1
Jahrbuch Öffentliche Sicherheit – Sonderband 11

Die Bundespolizei ist in Bewegung – sie hat sich vom „paramilitärischen“, innerdeutschen Grenzschutz längst zu einer „normalen“ Polizei des Bundes mit vielfältigen, auch internationalen Aufgaben gewandelt. „Polizei“ ist in der Forschung generell wieder zu einem Thema geworden. So geht es zunächst um grundlegende politische Entwicklungen: der Aufgaben- und Personalzuwachs der Polizeien des Bundes angesichts „Neuer Sicherheit“; die gescheiterten Fusionspläne einer zentralisierten Bundespolizei und die Europäisierung als zentrales Paradigma der grenzpolizeilichen Arbeit. Durch Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts haben sich zudem wesentliche Neuerungen ergeben. Schließlich gibt es einen Einblick in die Polizeiforschung, exemplarisch anhand der Leistungen der Staats- und Gesellschaftswissenschaften des FB Bundespolizei der Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung.
385 Seiten
34,90 €

Inhalt

Inhalt:



Robert Chr. van Ooyen / Martin H. W. Möllers

Einführung: Die Polizei des Bundes: Politische Entwicklung – Verfassungsrechtliche Neuerungen – polizeiwissenschaftliche Forschungen



Martin H. W. Möllers

Bundespolizei: Rechtlicher Rahmen, kurze Geschichte, Aufgabenwahrnehmung und Organisation



Entwicklung und Polizeireform



Robert Chr. van Ooyen

Die Geschichte der Bundes(grenzschutz)polizei aus organisationssoziologischer und rechtspolitischer Sicht sowie das föderale Problem ausufernder Unterstützungseinsätze



Martin H. W. Möllers / Robert Chr. van Ooyen

Bundespolizeien, Bundesregierung und neue Sicherheitsarchitektur seit den 1990er Jahren



Martin H. W. Möllers

(Un-)Kooperative Sicherheit – Empfehlungen der ,Werthebach-Kommission‘ zu den Polizeien des Bundes und ihre Verpuffungen



Rosalie Möllers

Die schrittweise Etablierung einer integrierten europäischen Grenzverwaltung durch Frontex



Aktuelle verfassungsrechtliche Bezüge



Martin H. W. Möllers

Vorbemerkung zur Entwicklung der Luftsicherheit und ihrer gesetzlichen Grundlage



Robert Chr. van Ooyen

,Luftsicherheit II‘ als erneuter verfassungspolitischer Tabubruch Das Bundesverfassungsgericht gibt als Ersatzverfassungsgeber auch den – (noch) begrenzten – Militäreinsatz im Innern frei



Martin H. W. Möllers

,Ein vom Elend der Welt unbeschwertes Gemüt des Bürgers ist kein Belang, zu dessen Schutz der Staat Grundrechtspositionen einschränken darf‘ – Zur Stärkung des Demonstrationsrechts in Flughäfen und Bahnhöfen durch das Bundesverfassungsgericht



Robert Chr. van Ooyen

Parlamentarische Kontrolle der Unterstützungseinsätze der Bundespolizei im Verbundsystem der Inneren Sicherheit – Politik- und Realitätsferne im ,halbierten‘ Föderalismus der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zu ,Dresden‘ und ,1. Mai‘ in Berlin



Irina van Ooyen

Die Problematik von Racial Profiling bei der Bundespolizei



Martin H. W. Möllers

Die Bekämpfung des internationalen Terrorismus und von Piraterie auf den Weltmeeren im Rahmen von Seevölker- und Verfassungsrecht



Martin H. W. Möllers

Hat die Bundespolizei sog. ,Widerstandsbeamte‘? Erläuterungen zu einem kriminologischen Begriff



Studium und Forschung am Fachbereich Bundespolizei



Martin H. W. Möllers

Erwerb geistiger Fertigkeiten durch wissenschaftliches Arbeiten – Überlegungen zur Einführung einer Diplomarbeit an der Hochschule der Bundespolizei



Robert Chr. van Ooyen / Martin H. W. Möllers

Forschungsbericht zur Öffentlichen Sicherheit – Staats- und Gesellschaftswissenschaften am Fachbereich Bundespolizei der Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung



Martin H. W. Möllers

Bundespolizei und die Folgen von PISA: Lesekompetenz als polizeiliche Schlüsselqualifikation



Dokumentation Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts



Bundesverfassungsgericht

Aufgabenerweiterung für den BGS: 2 BvF 3/92 vom 28.1.1998



Bundesverfassungsgericht

Fraport – Versammlungsfreiheit auf Flughäfen: 1 BvR 699/06 vom 22.2.2011



Bundesverfassungsgericht

Luftsicherheit II: 2 PBvU 1/11 vom 3.7.2012



Bundesverfassungsgericht

Parlamentarische Informationsrechte über Unterstützungseinsätze der Bundespolizei: 2 BvE 7/11 vom 2.6.2015





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